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Willkommen in der Arbeitswelt 4.0

Bettina Vogt • Apr. 25, 2019

Acht Gründe, warum Yoga in keinem Betrieblichen Gesundheitsmanagement fehlen sollte

Eine gesunde Unternehmenskultur gibt es nicht im Schnellimbiss und to go. Hierfür müssen Betriebe Zeit und gesunden Menschenverstand investieren und die Zubereitung sollte mit größter Aufmerksamkeit und Achtsamkeit erfolgen.

Mit der gesunden Unternehmenskultur beziehe ich mich nicht nur auf Fehlzeitenstatistiken sondern auf den ganzheitlichen Ansatz. Mitarbeitende müssen sich im Unternehmen wohlfühlen.

Allerdings sind Arbeitsverdichtung und psychische Belastungen, nicht zuletzt wegen des Fachkräftemangels, auf dem Vormarsch. Eine gesundheitsorientierte Unternehmens- und Führungskultur ist daher dringend erforderlich. Mitarbeitende von heute, die sogenannten Ypsiloner sind auch anspruchsvoller wie die ehrgeizigen und ambitionierten Generation Xler.

Hinzu kommt der demografische Wandel, der eine schrumpfende und alternde Bevölkerung aufzeigt und sich somit auch auf die Altersstruktur der Beschäftigten auswirkt. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Organisationen und Unternehmen liegt bereits oft über dem 40. Lebensjahr. Sollten die U nternehmen daher nicht effizient mit ihren Beschäftigten umgehen und sich für ein gesundes und produktives altern im Betrieb einsetzen? Im Rahmen eines Generationenmanagements könnte generationsübergreifend die gegenseitige Wertschätzung aller Altersgruppen erfolgen. Bei der Altersgruppe 50+ nehmen viele Zivilisationskrankheiten erschreckend zu. Der Stresstopf ist oft übervoll.

Was kann nun Yoga zur gesunden Betriebskultur beitragen:

1. Yoga ermöglicht dir mit dem großen GANZEN in Kontakt zu treten.

In großen Unternehmen geht durch die Dezentralisierung der Blick für das große Ganze verloren. Abteilungen werden innerhalb eines Unternehmens zu Konkurrenten, jeder schaut nach sich oder hat gar Angst, dass er zu kurz kommt.

Nimm mal deinen Körper und betrachte ihn dezentral. Würde dein Herz schlagen, wenn die Lunge eigenverantwortlich nur nach sich schauen würde? Im Yoga kannst du wahrnehmen, dass du zwar in deiner Einzigartigkeit funktionierst, aber du kommst auch in Kontakt mit der Anbindung an das große Ganze. Vielleicht nicht gleich nach der ersten Yogastunde, aber wenn du beharrlich am Ball bleibst, ganz bestimmt.

2. Yoga besänftigt den Killer in dir

Wir alle kennen im betrieblichen Kontext Situationen, wo wir unseren inneren Killer zurückhalten müssen. Zum Beispiel dann, wenn die lang ersehnte Beförderung dem Kollegen zuteil wird, obwohl man selbst schon längstens an der Reihe sein müsste, der Kollege von nebenan einen wieder anraunzt oder der Chef auf den eh schon allzu großen Arbeitsberg nochmals etwas drauf knallt. Spontan fällt mir hier ja das Zitat von Wilhelm Busch ein „Bist du wütend, zähl bis vier, hilft das nicht, dann explodier“.

Explodieren ist vielleicht nicht die gesündeste und sauberste Art und Weise sich wieder Luft zu verschaffen, aber der Yoga hält ein wunderbares Werkzeug an der Hand, um mit deinem inneren Feuerwerk klarzukommen. Der Feueratem ist eine super Atemtechnik um angestaute Wut abzubauen bzw. zu neutralisieren.

3. Yoga ist Bewusstseinsschulung

Beim ein oder anderen Krankmacherchef, ja – auch diese gibt es, würde etwas mehr Bewusstsein gegenüber der Mitarbeiterschaft nicht schaden. Es gibt die Chefs, die ohne Rücksicht auf Verluste ihre klare Agenda fahren. Zahlen und Fakten sind wichtiger als Mitarbeitende.

Oftmals fehlt es diesen Menschen an Eigenwahrnehmung. Durch Yoga kommt man wieder mit sich selbst in Berührung, man kann sich selbst und anderen gegenüber Mitgefühl entwickeln. Um wertschätzend mit anderen umzugehen, musst du erst mal dir selbst gegenüber Wertschätzung entgegenbringen.

4. Yoga hilft dir, an deine Kreativität anzuknüpfen

Jedem Menschen steht ein gewisses Maß an Kreativität zur Verfügung. Die meisten Menschen können nur nicht an ihre Kreativität anknüpfen, weil sie total gestresst sind. Durch Yoga kannst du das Energiepotenzial des Unbewussten erkennen und die Kreativität die dir auf der Alpha-Ebene zur Verfügung steht, nutzen. Man weiß aus der Neurobiologie und Gehirnforschung, dass wenn unser Gehirn in tiefer Entspannung Alpha-Wellen produziert unser Körper regeneriert. In dieser entspannten Wachheit wird die rechte Gehirnhälfte, die zuständig für die ganzheitliche Wahrnehmung und Kreativität ist, aktiviert. Menschen mit einem hohen Maß an Kreativität finden bei Problemen schneller Lösungsansätze.

5. Yoga beugt Rückenschmerzen vor

Lt. Statistiken haben 80 % der Bevölkerung mindestens einmal im Leben mit Rückenschmerzen zu tun gehabt. Einseitige und vor allem sitzende Tätigkeiten fördern die Rückenschmerzen, die durch mangelnde Bewegung und die Kombi von zu schwachen Bauch- und Rückenmuskeln entstehen. Dazu kommen Verspannungen, die sich durch Stress ausgelöst, auf deinem Rücken festsetzen. Wenn du Yoga praktizierst, kannst du durch Mobilisierungs- und Stabilisierungsübungen deinen Bewegungsapparat effektiv kräftigen. Dehnübungen helfen, deine Muskulatur geschmeidiger zu machen und sorgen für mehr Wohlbefinden.

6. Yoga sorgt für mehr Zufriedenheit

Santosha, eine Begrifflichkeit aus dem Sanskrit, heißt Zufriedenheit. Zufriedenheit sorgt für innere Gelassenheit. Und genau diese innere Gelassenheit benötigen wir für den ein oder anderen Work-Flow.

7. Yoga ist ressourcenorientiertes Selbstmanagement

Unternehmen haben hoffentlich begriffen, dass vitale und gesunde Mitarbeitende die wertvollsten Ressourcen sind, die ihr Unternehmen aufweisen kann. Wie war das nochmals mit dem großen Ganzen? Viele können leisten was ein Einzelner niemals schafft. Gemeinsam mit Herz und Hirn kann man mehr erreichen wie mit künstlich erzeugter Intelligenz. Ganz davon abgesehen, benötigt man hierfür auch den Mitarbeitenden, denn der Robi ist nur so schlau, wie er auch programmiert wird. Unternehmen mögen mit der fortschreitenden Digitalisierung zwar Akzente setzen, aber ob am Ende die Rechnung aufgehen wird?

Im Yoga sage ich immer zu meinen Teilnehmenden, dass die größte Ressource die ihnen im Leben zur Verfügung steht, der Atem ist. Denke nur mal daran, schon allein 30 Sekunden nicht zu atmen, außer vielleicht Apnoetaucher. Schenke deinem Atem Beachtung, beobachte ihn. Beobachte deine Gedanken und bringe sie zur Ruhe. Nutze die vielen Ressourcen, die dir im Yoga zur Verfügung stehen. Die Asanas, die Atem- und Mentalübungen, die Entspannungsübungen und fördere so deine ganzheitliche Gesundheit. Yoga ist ein Programm für Körper, Geist, Seele und Emotionen.

8. Yoga ist Stressprävention

Nach der Epigenetik sind nur ein Drittel aller Krankheiten erbbedingt, zwei Drittel sind lebensbedingt. Stress ist daher Auslöser vieler Krankheiten. Lass dich in dieser schnelllebigen Zeit von High-Speed-Stressen und Multi-Options-Stressen (Meinungsbildungsstressen) nicht unterkriegen.

Einer Stresssituation sollte immer eine Erholungsphase folgen. Wenn dir also im Job viel abverlangt wird und du immer auf Hochtouren läufst, wird dein Organismus irgendwann zu rebellieren beginnen. Gönnen dir eine Yoga-Auszeit. Durch Yoga kannst du die Bewegungen deines Geistes zur Ruhe bringen (citta vritti nirodha).

Ich hoffe, ich konnte mit diesen Punkten ausführen und deutlich machen, dass dir der Yoga ein umfassendes Selbstmanagement liefert. Wenn ich an mich und einen stressigen Arbeitstag denke, vielleicht sogar an einen Tag, wo ich am liebsten mit dem Vorschlaghammer durch die Reihen laufen würde (solche Tage kennt ihr doch auch, oder?) und ich total den Kontakt zu mir selbst verloren habe, dann ist Yoga die Dockingstation schlechthin um meinen Akku wieder auszuladen und den inneren Frieden zu finden.

Namaste
Bettina

von Bettina Vogt 01 Okt., 2019
Auf Facebook bin ich über das Buch von Andreas Brendt, den wohl alle nur Andi nennen, gestolpert. Die Lektüre mit dem Titel „Ganesha macht die Türe zu“ hat sofort mein Interesse geweckt und da ich in letzter Zeit unzählige Sachbücher gelesen habe, hatte ich auf ein Buch mit einem hohen Unterhaltungswert mal wieder richtig Lust. Ganesha, der Elefantengott, der Schwellenhüter, der die Hindernisse beseitigt, verschließt Türen? Klingt spannend und lädt ein, hinter die Tür zu schauen. Es gibt unzählige Prüfungen im Leben, die uns hindern das zu tun, was wir eigentlich tun wollen. Ganesha hilft, mit der richtigen Einstellung die unnötigen Zweifel aus dem Weg zu räumen. Man muss nur genau hinschauen. Bereits als ich die ersten Seiten des Buches gelesen habe, wusste ich gleich, das ist die perfekte Urlaubslektüre für mich. Schon komisch, dass mir dieses Buch unmittelbar vor meinem Urlaub zuflog. Im normalen Alltagswahnsinn hätte ich es sicherlich nicht so schnell zu Ende gelesen. Oder doch? Denn man hat beim Lesen so viel Spaß, dass man auch zügig weiterlesen möchte. Schließlich will man auch wissen, was als nächstes Spannendes dem Andi im superbunten Subkontinent Indien passiert. Es ist definitiv kein langweiliges Buch. Nachdem ich schon die ganze Zeit überlege, ob ich auch mal nach Indien muss, bekam ich durch dieses Buch immerhin eine virtuelle Indienreise geschenkt. Vielen Dank dafür. Und bereits auf den ersten Seiten wird klar, dass Indien noch viel mehr zu bieten hat, wie ich mir in meiner Vorstellungskraft ausmalen kann. Gemeinsam mit seinem Freund Ole erkundet Andi Indien. Er erzählt von seinen Eindrücken und Erlebnissen mit einer ordentlichen Portion Humor, aber auch mit einer unglaublichen berührenden Tiefe. Einige Lebensweisheiten gibt es on top. Da gibt es einmal das Kapitel „Arambol und die Verrückten“ und dann gibt es Andi mitten im „Tantra—Festival“. Ein interessantes Kapitel! Im Tantra ist alles Energie und es ist spannend zu lesen, was Indien da zu bieten hat. Viele denken bei Tantra gleich an Sex, dies ist aber nur ein kleiner Teilbereich. Dennoch ist es oft das, was die Menschen neugierig macht. Andi beschreibt, wie beim Tantra-Festival der Lehrer Taozen einer Schülerin einen Orgasmus bescherte, so ganz ohne sie an den berühmt berüchtigten Stellen zu berühren. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich fand das auch faszinierend. Müsste es aber glaub live sehen, um es wirklich glauben zu können und genau so ging es Andi auch – nur hat er es quasi mit einem Logenplatz live mitverfolgt. Zudem beschreibt er in seinem Buch das Rezept für einen Orgasmus. Man braucht dazu nur vier Zutaten. Lest selbst. Eigentlich sehr banal und eine Zutat ist extrem lebensnotwendig. Ich mag den Part im Buch zum Ashtanga-Yoga. Andi beschreibt dies ähnlich wie ich es erfahren habe. Allerdings er in Indien und ich hier hin Deutschland. 90 harte Minuten, in denen du Lebendigkeit in all deinen Zellen erfährst. Während ich mich mit Basic-Varianten von Ashtanga-Yoga beglückt habe, ging es bei Andi in Indien sicherlich mehr zur Sache. Dass die zweite Serie eine kleine Elite von Extremsportlern und die dritte Serie dann nur noch die Verrückten üben, kann ich voll und ganz unterstreichen. Indien ist ein geschichtsträchtiges Land mit vielen schönen Legenden um die Gottheiten. Ich mag diese Götter-Mythen. Und dann gibt es auch noch den Ganges. Ob man nun wirklich in diesem heiligen Fluss baden muss, in den Leichen oder deren Asche geworfen wird? Ich weiß es nicht? Andi berichtet sehr respektvoll von Varanesi, der Stadt des Todes, in der die Scheiterhaufen brennen. Krass, wenn man sich vorstellt, dass Menschen dorthin pilgern um zu Sterben und dann die Erlösung finden. Aber er schreibt auch, dass es um Hoffnung und Sehnsucht geht und wenn man das erkannt hat, dass man sich dann respektvoll zurückzieht, um das Zeremoniell nicht zu stören. Ich bekäme in Indien wohl definitiv einen Kulturschock. Indien scheint extrem bunt zu sein. Auch Rishikesh steht auf Andis Reiseplan, inklusive Satsang mit Mooji – einem ganz einzigartigem Menschen. Gut, ich kannte ihn nicht - was jetzt nichts heißen mag. Ich hab ihn aber nun mal gegoogelt und wie ich schon den Ausführungen von Andi entnehmen konnte, ist Mooji eine sehr freundliche und humorige Erscheinung mit einer wahnsinnigen Ausstrahlung. Und ja, Youtube sei Dank, das seh ich nun auch so. Mooji vermittelt u. a., dass Probleme nur so groß sind wie man sie macht. Und ja, das ist so. Auch ich tappe immer wieder in die gleiche Falle und hab auch hin und wieder das Talent, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Und da wären wir wieder bei Ganesha, der hilft die Hindernisse und Zweifel aus dem Weg zu räumen. Natürlich geht es im Buch auch um die Liebe, den Sex, die Lebensfreude, die Neugierde, die Zuversicht, das Spirituelle und vieles mehr. Aber ich will hier auch nicht alles verraten, selber lesen macht schließlich mehr Spaß. Vielen herzlichen Dank auch noch an Svenja vom Conbook-Verlag, die mir dieses Buch für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat. Es war mir eine Freude. Namaste Bettina P. S. Ich werde mir dann auch noch die Boarderlines – Bücher von Andi zulegen, denn ich mag wirklich sehr wie er schreibt.
von Bettina Vogt 25 Apr., 2019
Manche Menschen mögen denken, Yoga kommt so einer Art Blümchensex gleich. Sanft und behutsam, sehr zurückhaltend und nicht unbedingt den Höhepunkt erreichend. Doch Yoga ist auf dem Pfad der Erleuchtung alles andere als sanft und behutsam. 
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